Bürger für Prien - parteifreie Umweltliste

Unsere Gemeinderatsmitglieder

Kristin Lindemann

Prien ist ein Ort mit Geschichte, der besondere Lebensqualität bietet. Doch wie jede lebendige Gemeinde steht auch Prien vor Herausforderungen: Wie entwickeln wir unseren Ort weiter, ohne dessen Identität zu verlieren? Wie schaffen wir es, das Ortszentrum attraktiver zu gestalten und den Autoverkehr in vernünftige Bahnen zu lenken? Wie erreichen wir es, dass Kinder wieder selbständig sicher zur Schule kommen?

Ich möchte diese Fragen nicht nur diskutieren – ich möchte Lösungen erarbeiten. Mit gesundem Menschenverstand und stets mit Blick auf diejenigen, die hier leben.
Dieser Blick ist durch meinen Beruf als Innenarchitektin geprägt. Daher liegt mir die Ortsentwicklung und die Erhaltung alter, wertvoller Bausubstanz am Herzen. Sie ist mehr als Mauerwerk: Sie ist Geschichte, Identität und Teil unseres Heimatgefühls.

Mit einem 7-jährigen Sohn sehe ich täglich, wie schwierig die Verkehrssituation in Prien für alle ist. Viele benutzen ihr Auto, weil ihnen das Radfahren als zu gefährlich erscheint. Ein Teufelskreis, den wir dringend durchbrechen müssen.

Prien soll ein Ort sein, in dem sich Kinder sicher bewegen, sich Familien willkommen fühlen und ältere Menschen gut leben können. Ein Ort, in dem man gerne mal das Auto stehen lässt, gerne einkauft, gerne lebt. Ein Ort, dessen historische Strukturen geschützt und gleichzeitig klug weiterentwickelt werden.

Tobias Ihm

Prien ist mein Zuhause, meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen. Hier habe ich im elterlichen Betrieb Seenfischer gelernt, bevor ich in München Jura studiert und danach begonnen habe, in der öffentlichen Verwaltung zu arbeiten und weiterhin meine Chiemseefischerei auszuüben.

Vielleicht weil ich in und mit der Natur arbeite, liegt mir deren Erhalt besonders am Herzen. Laufend gibt es Begehrlichkeiten, gerade an den schönsten Plätzen in Prien Großprojekte umzusetzen, von Investoren oder der Gemeinde selbst. Aktuell ist geplant, am Prienavera eine Saunalandschaft, ein großes Energiegebäude (mit Büros und Lagerräumen) und ein Parkhaus zu bauen sowie ein Heizkraftwerk auf der Wiese vor der Stippelwerft.

Das sehe ich sehr kritisch. Bei Vorhaben wie diesen müssen wir uns sehr viel mehr bemühen, optimale Lösungen zu finden, die eine sinnvolle Entwicklung Priens zulassen und gleichzeitig Natur und Landschaft maximal schonen. Um das zu erreichen, möchte ich im Gemeinderat Fürsprecher für Natur und Landschaft sein. Es geht darum, gemeinsam und mit gesundem Menschenverstand die Dinge, die wir an Prien lieben zu erhalten und gleichzeitig Prien vorwärts zubringen, um ein noch lebenswerterer Ort zu werden.

MGR-Fraktion der „Bürger für Prien“
Prien, 04.03.2026
Fraktionsbrief 3/2026

Die gute Nachricht gleich vorweg: In der Gemeindepolitik nimmt das Thema Verkehr –
insbesondere mit Blick auf die als völlig unzulänglich wahrgenommenen Bedingungen für
Radfahrer und Fußgänger – eine zunehmend zentrale Rolle ein. Das ist gut so, und für
durchgreifende Konsequenzen kämpfen wir ja seit langem. Es gibt ja auch kaum ein anderes
Thema, das sehr vielen Bürgern mehr am Herzen liegt. Dennoch stehen wir erst am Anfang
eines langen Weges. Das zeigte sich auch in der letzten Beratung im Marktgemeinderat.
Einige der Themen dort:
1. Unsere beiden Radverkehrsbeauftragten haben bereits im Dezember eine ausführliche
Bestandsanalyse des Priener Radwegenetzes und einige grobe Vorschläge für denkbare
Verbesserungen (insbesondere ausgewiesene Radverkehrslinien) vorgestellt. Zugleich
betonen sie die Notwendigkeit externer Fachexpertise in all diesen Fragen.
Das unterstützen wir als Fraktion voll und ganz. Die Bedingungen für Radfahrer in Prien
(insb. auch für Schulkinder, aber nicht nur für diese) sind insgesamt so kritikwürdig, dass
sie mit punktueller Flickschusterei kaum zu verbessern sind. Wir brauchen in Prien nicht
nur mutige Einzellösungen, sondern dazu auch ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept –
sonst kommen wir da nicht vorwärts. (Mir ist z.B. das Hin und Her mit „Fahrradstreifen“
in überhaupt keiner guten Erinnerung.)
Endlich schließt sich der MGR nun mit großer Mehrheit (bei nur 1 Gegenstimme) dieser
Notwendigkeit an und will auch entsprechend Geld in die Hand nehmen. Es wird das in
Prien ansässige Logistik- und Kompetenzzentrum (LKZ) beauftragt, mithilfe der Expertise
eines einschlägig versierten Planungsbüros ein Radverkehrskonzept samt
Maßnahmenkatalog zu erarbeiten und vorzustellen.
Hoffen wir sehr, dass das Ergebnis dann nicht (wieder) in einer Schublade bis zum
Sanktnimmerleinstag verschwindet, sondern konsequent umgesetzt wird!
2. Ebenfalls um einen Radweg ging es bei einem anderen Thema: Die eklatanten
Gefahrenstellen an der Osternacher Straße. Hier ergibt sich ein anderes Bild. Denn
einerseits wurde im Zuge der kürzlichen Erneuerung zwar ein breiter kombinierter Rad-
und Gehweg geschaffen (was im Grundsatz eine gute Lösung ist). Andererseits lässt sich
hier behaupten: „Gut gedacht, schlecht gemacht.“ Denn im Ergebnis zeigt sich: Die
Gefahren für die Nutzer sind damit deutlich gestiegen, wie auch eine ganze Reihe von
Radfahrunfällen an dieser Stelle vermuten lässt.
In Zuge der Neugestaltung der Osternacher Straße wurde schlichtweg nicht hinreichend
berücksichtigt, dass an diesem Abschnitt der viel- und schnellbefahrenen Chiemsee
Radweg verläuft. Damit kommt es an der Straßenkreuzung am Erlenweg und an den
benachbarten Ein- und Ausfahrten der dortigen Wohnkomplexe immer wieder zu
brandgefährlichen Situationen, weil die nötigen Sichtstrecken fehlen. Und auch an der
vielbegangenen Kreuzung der Osternacher Straße mit dem Spazierweg zum See
(„Erdweg“) ist es für Radfahrer wie Fußgänger nicht ohne Risiko, die Straße zu
überqueren.

Nach sehr langer Debatte hat sich im MGR einstimmig die Erkenntnis durchgesetzt, den
Gehweg zwischen dem Erlenweg und der Kreuzung am Erdweg wieder ausschließlich den
Fußgängern vorzubehalten. Sichtbar gemacht wird das nun durch entsprechende
Pflanzkübel am Anfang und am Ende dieses kurzen Abschnitts.
Außerdem wurde (nicht mehr ganz so einvernehmlich) über eine zusätzliche
Geschwindigkeitsbeschränkung für Kfz an der Osternacher Straße diskutiert. Leider ergab
sich keine entsprechende Mehrheit für die gesamte Länge der Straße. Aber zumindest an
dem Abschnitt mit den besonderen Gefahrenstellen (s.o.) soll das Tempo nun tagsüber
auf 30 km/h reduziert werden. Immerhin ein richtiger Schritt in die richtige Richtung
einer Verkehrsberuhigung.
3. Schließlich wurde in der Februarsitzung des MGR der Gemeindehaushalt für 2026
beschlossen. Diese wichtigste Entscheidung eines jeden Jahres steht ja diesmal unter
einem besonderen Stern: Mit ihr muss vor allem der neugewählte Marktgemeinderat
(dann ab Ende April) leben.
Wir haben (wie alle Fraktionen) dem Plan insgesamt zugestimmt. Dies konnten wir als
BfP vor allem deshalb tun, weil einige der aus unserer Sicht extrem strittigen Projekte
rund um das Prienavera (z.B. Neubau Sauna, 3-geschossiges Parkhaus,
Hackschnitzelheizwerk am Seespaziergang) noch nicht konkret für 2026 veranschlagt,
sondern nur Zeitraum danach – und damit derzeit unverbindlicher – angedacht sind.
(Siehe dazu der angehängte BfP-Flyer).
Trotzdem bleiben, wie wir deutlich gemacht haben, einige unserer zentralen
Forderungen für die Zukunft bestehen, wie z.B.
(1) eine vor allem für Fußgänger attraktivere Seestraße (mit Aufenthaltsqualität)
(2) eine konsequente Aufwertung des Ortszentrums (auch mit Blick auf
Einkaufsbedingungen)
(3) eine durchgreifende Verkehrsberuhigung im gesamten Ortsbereich, und nicht
zuletzt
(4) ein deutlich leistungsfähigeres System des Öffentlichen Personennahverkehrs
(Ortsbus).
Hier sollte nach unserer Meinung vordringlich investiert werden – und nicht in so tiefe
Eingriffe in den seenahen Bereich am Prienavera.
Sehr erfreulich ist aber, dass der HH-Plan für 2ß026 eine Initiative beinhaltet, gezielt alle
geeigneten Gebäude im Gemeindeeigentum für eine Bedachung mit PV-Anlagen zu
prüfen. Das ist – wenn der Prüfung dann auch ein Wille zur Umsetzung folgt – ein
ausgezeichneter Schritt in die Zukunft!

Das war nun der letzte Fraktionsbrief vor der Wahl. Hoffentlich konnten diese Berichte
bisher etwas zum Verständnis unserer Positionen im MGR beitragen.

Kersten Lahl
Marion Hengstebeck

Fraktionsbriefe

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